Wuppertaler Institut für bildungsökonomische Forschung (WIB)

Evaluationsbericht

Seit ihrer Gründung Ende 2008 wird die Junior Uni Wuppertal von den Bildungsökonominnen Prof. Dr. Kerstin Schneider und Dr. Anna Makles (WIB – Wuppertaler Institut für bildungsökonomische Forschung) wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Bei der Bildungskonferenz der Junior Uni am 25. November 2016 stellten die Wissenschaftlerinnen der Bergischen Universität die Ergebnisse des zweiten Forschungsberichtes vor. Thema des Berichts ist die Entwicklung der Junior Uni seit 2008, aber auch speziell in den vergangenen vier Jahren. Die Evaluation wurde durch die Stiftung Mercator GmbH, Essen finanziell gefördert

"Kontinuierlich positive Entwicklung festgestellt!"

„Die Junior Uni hat die von uns vor vier Jahren aufgezeigten Entwicklungspotenziale als Chance wahrgenommen und viele Maßnahmen ergriffen, um noch mehr Kinder und Jugendliche aus allen sozialen Schichten zu erreichen. Von der Idee eines innovativen Bildungsangebots hat sich die Junior Uni hin zur festen Bildungsinstitution mit Leuchtturmcharakter im Bergischen Land entwickelt", fasst Prof. Kerstin Schneider, Leiterin des WIB, die Ergbenisse ihres zweiten Evaluationsberichts über die Junior Uni zusammen. 

Anteil an Mädchen hat sich erhöht

Ob die Junior Uni ihre selbst gesetzten Ziele erreicht, ist die zentrale Forschungsfrage der Wissenschaftlerinnen. „Wir schauen uns z.B. an, ob die Junior Uni Mädchen und Jungen gleichermaßen für ihr Kursangebot gewinnen kann. Aber viel wichtiger ist, ob Kinder und Jugendliche aller sozialer Schichten erreicht werden oder ob nur bildungsnahe Kinder und Jugendliche die Angebote wahrnehmen,“ sagt Kerstin Schneider. Insgesamt, so die Ergebnisse der Evaluation, ist die Junior Uni in den letzten vier Jahren stark gewachsen und thematisch breiter geworden. „Bis zum Ende des Sommersemesters wurden mehr als 44.000 Kursplätze von mehr als 17.000 verschiedenen Kindern und Jugendlichen belegt,“ berichtet Anna Makles. Rund 74 Prozent der Kursplätze entfallen dabei auf Angebote für 4- bis 10-Jährige, gut 37 Prozent auf weibliche Teilnehmer. „Die Teilnehmerzahlen von Jungen und Mädchen haben sich in den letzten Jahren aber angenähert. Bis Ende August 2016 waren schon 43 Prozent der Junior Uni-Studenten weiblich und 57 Prozent männlich. 
Insgesamt konnte die Bindung an die Junior Uni auch leicht verbessert werden. 39 Prozent der Studierenden besuchen zwei oder mehr Kurse. Im Durchschnitt besucht jeder Student 2,5 Kurse.“ 81 Prozent der Kursplätze entfallen auf die sogenannten MINT-Themen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik), den Kernbereich der Junior Uni. Auch hier hat sich etwas getan: Der Anteil der Mädchen, die einen naturwissenschaftlichen oder mathematischen Kursplatz belegen, ist von 39 auf 43 Prozent gestiegen. Aber auch Kurse in Wirtschaftswissenschaft, Kunst & Kultur sowie Geistes- und Sozialwissenschaft werden an der Junior Uni angeboten. Ein wichtiges Ergebnis ist, dass die Junior Uni noch mehr Kinder und Jugendliche aus allen sozialen Schichten erreicht. „Im Vergleich zum ersten Berichtszeitraum ist die soziale Zusammensetzung der Studentinnen und Studenten heute noch gemischter als in den ersten Jahren,“ so Kerstin Schneider. Anna Makles ergänzt: „Kinder und Jugendliche aus Migrantenfamilien werden auch besser erreicht. 2012 lag der Anteil von Kindern und Jugendlichen aus einem Wohnumfeld mit einem überdurchschnittlich hohen Migrantenanteil bei 35 Prozent. Bis zum Jahr 2015 ist dieser Wert um fünf Prozentpunkte auf 40 Prozent angestiegen.“