Trauerrede für Dr. Ina Krumsiek bei der Gedenkfeier am 24. Juni

Rolf-Peter Rosenthal, Vorsitzender des Kaufmännisch-Organisatorischen Beirats der Junior Uni

"Die Junior Uni ist gefüllt, gefüllt mit großer Traurigkeit, aber auch mit ganz viel Zuneigung, Wärme, Licht und Mut, sie ist gefüllt mit einer besonderen, Mut machenden Energie, mit Dr. Ina Krumsiek Energie." So beginnt die Trauerrede von Rolf-Peter Rosenthal. 

Rede von Prof. Dr. Ernst-Andreas Ziegler zum Tod von Dr. Ina Krumsiek

Feier in der Junior Uni am 24. Juni

Der Tod ist nicht das letzte Wort!
Wir danken Ihnen von Herzen, dass Sie mit uns unsere wunderbare Geschäftsführerin Dr. Ina Krumsiek-Heidebrecht feiern und ehren.
Das tut dem gesamten Team gut – und sicher auch den Angehörigen. Ihrem Mann, ihren Söhnen, den Familien Trauernicht, Heidebrecht, 
Krumsiek.
Willkommen sagen wir jedem Einzelnen, der sich heute die Zeit genommen hat. Stellvertretend begrüße ich Herrn Rektor Lambert Koch, Herrn Landtagsbgeordneten, Dietmar Bell und Herrn Bezirksbürgermeister Hans-Hermann Lücke. 

Ina Krumsiek hat die Junior Uni von Anfang an mit aufgebaut. Ihrer großer Anteil hat bleibenden Wert. Sie war und ist für uns Vorbild. Eine kluge, führungsstarke, entscheidungsfreudige und sehr charmante Frau. Und eine wundervolle Mutter. Sie hat in Würde und tapfer bis zuletzt an ein Wunder geglaubt.Ausgelöscht ist sie nicht.
Der Tod ist nicht das letzte Wort!

Die Weichen, die sie gestellt hat, bleiben. Sie geben uns weiterhin Kurs vor. Die Wurzeln, die sie gelegt und gepflegt hat, sprießen und gedeihen. Uns fehlt sie sehr, doch wir lassen uns nicht unterkriegen, wir machen weiter. Kein Zweifel: Das ist in ihrem Sinne. Gestern, als wir mit ihren Eltern, ihrer Schwester und ihrem Schwager, ihrer Nichte und ihrem Neffen einige Stunden in der Junior Uni verbrachten – sogar oben auf dem Dach – zitierte ihr Schwager Aristoteles. Acht Worte: „Jeder Körper strebt dem ihm gemäßen Ort zu.“ Das trifft es auf den Punkt. Ina Krumsiek hatte hier ihre Lebensaufgabe gefunden. Ihren Ort. So war es. Das weist ihr für immer einen Platz in der Bildungsgeschichte dieser Stadt und dem Bergischen Land zu. Wir vermissen sie sehr, wir trauern sehr um sie, doch wir schauen in die Zukunft.
Der Tod ist nicht das letzte Wort.

Ina Krumsiek-Heidebrecht war ein großartiger Mensch. Mit ihr, Dr. Ariane Staab, Peter Steinmetz und mir, war ein großartiges Team zusammen - unterstützt von leidenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern - unterstützt, gefordert und gefördert von unseren Gesellschaftern, Stiftungen, Geldgebern – hochherzigen Unternehmerinnen und Unternehmern, unseren Beiräten und unserem so aktiven Förderverein - ermutigt und gekräftigt von der Bergischen Universität, von vielen Pädagogen aus allen Schulformen - auch von unseren Schirmherren.

Dass Ina Krumsiek zu uns kam, war holprig. Lag an mir. Als nämlich mein einstiger Chef und Jahrzehnte lang enger Freund Dr. Rolf Krumsiek, einst Oberstadtdirektor in Wuppertal und dann viele Jahre in den Kabinetten von Johannes Rau Wissenschafts- und dann Justizminister, vor zehn Jahren von der Vision der Junior Uni erfuhr, forderte er mich auf, unbedingt seine Schwiegertochter einzustellen. Doch genau einen solchen Start wollte ich nicht: Keine Einstellung nach Vitamin B, wir suchten die Besten der Besten. Keine Frau mit dem Namen Krumsiek. Er rief mich mehrfach an, doch ich weigerte mich, eine Bewerbung entgegen zu nehmen. Bis mich eine Frauenstimme per Telefon fragte: „Sind Sie wirklich jener Mensch, der nicht einmal eine einzige Seite von mir anschauen will – ganz unverbindlich?!“ Ich war in der Falle. Am nächsten Tag hatte ich den Lebenslauf. Grandios. Nach der Papierform hatte sie genau das Persönlichkeitsprofil, das wir suchten. Also rief ich sofort an, entschuldigte mich, fragte, wann sie Zeit hätte. Antwort: „Ich weiß, dass Sie gern Tee trinken. Ich habe gerade Wasser aufgesetzt.“ Eine Stunde später, die Fahrzeit mit eingerechnet, war sie unsere erste Mitarbeiterin. Der absolute Glücksfall! Diese Verbindung hält.
Der Tod ist nicht das letzte Wort.

Bei Jean-Paul Sartre findet sich die Vision, unsere Toten könnten uns Lebende begleiten, sie könnten uns sehen, doch wir nicht sie.
Eigentlich ist das ein wunderschönes Bild, dass Ina Krumsiek uns jetzt zuschauen würde. Sie und ich verstanden uns nach so vielen Jahren und der Meisterung vieler Probleme, ja auch Krisen, oft ohne Worte.
Wenn sie mich anschaute und die rechte Augenbraue hochschob, dann wusste ich, ich solle mich bremsen. Habe ich dann meist getan.
Der Tod ist nicht das letzte Wort.

Zwei Überlegungen verbinde ich ganz persönlich mit dem so frühen und so unfassbaren Tod von Ina Krumsiek. Vielleicht denken auch Sie darüber nach:Erstens, es trifft eben nicht nur die Anderen. Es kann einen selbst treffen. Heute, morgen, nächstes Jahr. Zweitens: Nutzen wir unser Leben! Freuen wir uns über jeden Tag! Schieben wir nicht auf, was wir schon lange tun wollten – zum Beispiel Freundschaften und Familie pflegen. Glücklich über die Zeit mit Ina Krumsiek schauen wir nach vorn. Mit Mut zur Zukunft. Mit Experimentierfreude. Wissenschaftlich begleitet, wirtschaftlich solide. Bitte helfen Sie uns alle dabei. Wir richten diese Bitte an jeden Einzelnen, der mit uns heute Frau Dr. Krumsiek-Heidebrecht ehrt und feiert.
Der Tod ist nicht das letzte Wort.

Nachruf: Tiefe Trauer um Junior Uni-Geschäftsführerin Dr. Ina Krumsiek

9. Juni 2018

Junior Uni-Geschäftsführerin Ina Krumsiek ist am 8. Juni 2018 nach langer, sehr tapfer und mit großer Würde ertragener Krankheit im Alter von 48 Jahren gestorben. Sie selbst und alle, die ihr nahestanden, hatten bis zuletzt auf das Wunder gehofft, sie würde den tückischen Krebs besiegen. Ina Krumsiek hinterlässt zwei Söhne im Alter von 12 und 14 Jahren. Vor allem ihnen, ihrem Mann und ihrer gesamten Familie gilt tiefes Mitgefühl.

Der Aufbau der Wuppertaler Junior Uni für das Bergische Land und die Sicherung der hohen Qualität der Kurse wurde für die promovierte Sozialwissenschaftlerin zum Lebenswerk. Junior Uni-Gründer Prof. Ernst-Andreas Ziegler sagt: "Sie war grandios. Sie hat die Junior Uni von Anfang an mit großer Leidenschaft mit aufgebaut. Wichtig war ihr vor allem, die Junior Uni stetig weiterzuentwickeln und innovative Bildungskonzepte und Kooperationsmodelle zu erforschen und zu etablieren. Das hat bleibenden Wert und wird in ihrem Sinne weitergeführt. Vieles trägt ihre Handschrift – etwa unser grafisches Erscheinungsbild und zahllose ästhetische Details in unserem Gebäude. Design auf höchstem Niveau war für sie unverzichtbar. In tiefer Trauer um sie würde unser gesamtes Team am liebsten die anstehenden Feiern zu unserem zehnten Geburtstag ganz ausfallen lassen. Doch das hätte sie keinesfalls gebilligt. Deshalb machen wir professionell weiter - so schwer das fällt."

Ina Krumsiek, die zur leidenschaftlichen Botschafterin Wuppertals und des Bergischen Landes wurde, stammte aus Schwaben. In Ulm in eine Designer-Familie geboren und aufgewachsen, studierte sie nach dem Abitur in Würzburg Sozialwissenschaften. Sie promovierte über das Essay „Die Frau und die Technik“ von Gertrud von le Forts. Anschließend engagierte sie sich in der Schweiz für Kinder, die besondere Förderung benötigten: sowohl behinderte als auch besonders begabte. Sie arbeitete für die nordrhein-westfälischen Industrie- und Handelskammern, lehrte an der Universität in Münster und war fasziniert, als sie von der Vision der Junior Uni hörte.

Dass sie 2008 die erste hauptamtliche Mitarbeiterin dieses einzigartigen, außerschulischen Lernorts wurde, war für Ernst-Andreas Ziegler „das Beste, was passieren konnte. Ina Krumsiek war die absolute Idealbesetzung, übernahm immer mehr Verantwortung, wurde Prokuristin, dann 2014 Mitgeschäftsführerin. So erwarb sie sich den Ruf einer erfolgreichen bergischen Unternehmerin. Sie war klug, entscheidungsfreudig, führungsstark und sehr charmant." Gemeinsam mit der Prokuristin Dr. Ariane Staab, einer Molekularbiologin, die ebenfalls in der Gründungsphase zum Junior Uni-Team gekommen war, kümmerte sich Ina Krumsiek in den vergangenen Jahren vor allem um die operative Führung.

Im Eingangsbereich der Junior Uni liegt seit Samstag ein Kondolenzbuch aus. Das Junior-Uni-Team lädt herzlich dazu ein, sich dort einzutragen. Anschließend bekommt es ihre Familie.