Das Leitsystem - Orientierung mit Köpfchen

Die Junior Uni lehrt das Lernen mit Freude. Dabei geht es um Wissen, Werte und Vorbilder. Deshalb machen wir unsere Studierenden und Besucher im ganzen Haus auf herausragende Frauen und Männer aufmerksam, die auf unterschiedlichen Gebieten Außergewöhnliches geleistet haben. Alle diese Menschen leben nicht mehr. Doch ihr Wirken und Handeln ermutigt uns Lebende. Sie haben getan, woran sie ganz fest glaubten und was sie für richtig hielten – vielfach gegen Widerstände, oft um den Preis des eigenen Lebens, der Gesundheit und der Freiheit.
Deshalb machen diese Vorbilder uns allen Mut, mit leidenschaftlichem Interesse sogar noch so hoch gesteckte Ziele zu verfolgen. Das Andenken an viele dieser Wissenschaftler, Denker, Vordenker, Unternehmer, Sportler, gegen Unrecht und für eine gerechte Welt Kämpfenden oder Verfolgten ist Allgemeingut, andere wirkten im Stillen oder in einem lokalen oder regionalen Umfeld. Nicht wenige entreißt die Junior Uni nun der Vergessenheit. Einige Vorbilder werden dauerhaft im Gebäude der Junior Uni sichtbar sein, die meisten im Laufe der Zeit jedoch durch weitere faszinierende Persönlichkeiten der Geschichte ersetzt. Damit entsteht mit diesem Portraitleitsystem der Junior Uni ein faszinierendes Mosaik ungewöhnlicher Menschen. 

Prof. Markus Schröppel, Professor für Kommunikationsdesign an der HMKW Köln und Berlin, hat in Absprache mit der Junior Uni-Leitung das Leitsystem ehrenamtlich und mit außergewöhnlichem Engagement und Einsatz entwickelt und gemeinsam mit seinen tatkräftigen Studierenden umgesetzt. Dafür danken wir sehr herzlich!


Konrad Adenauer

* 5. Januar 1876, † 19. April 1967

Der CDU-Politiker wurde mit 73 Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg 1949 erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Er sorgte in seiner Amtszeit bis 1963 dafür, dass es den Menschen nach dem Krieg besser ging – Wirtschaftswunder nannte man diese Zeit. Er machte Deutschland zu einer Demokratie und sorgte für die Aussöhnung mit den Kriegsgegnern, vor allem Frankreich und den USA.

Betti Alsberg,  * 1920, † 12. Juli 2012
Paul Alsberg, * März 1919, † 20. August 2006

Als israelischer Staatsarchivar war Alsberg am Aufbau der Gedenkstätte Yad Vashem beteiligt und Wegbereiter der deutsch-jüdischen Verständigung. Jahrzehntelang hat das Ehepaar die Städtepartnerschaft zwischen Wuppertal und Beer Sheva aktiv begleitet. Paul Alsbrg stammt aus Elberfeld, musste als Jude 1939 mit seiner aus Hattingen stammenden Frau Betti nach Palästina auswandern. Dort lernte er Else Lasker-Schüler kennen, deren Nachlassverwalter er wurde. Im Briller Viertel wurde ein Platz in unmittelbarer Nähe zu seinem Elternhaus ihm benannt.


Hannah Arendt

* 14. Oktober 1906, † 4. Dezember 1975

Die aus Deutschland stammende Philosophin und Publizistin musste wegen ihrer jüdischen Abstammung 1933 emigrieren. In New York löste die die unabhängige und eigenwillige Frau mit ihren Veröffentlichungen oft Kontroversen aus. In ihren Publikationen gegen Diskriminierung setzt sie sich mit der Geschichte Palästinas und der Gründung des Staates Israel auseinander.


Aristoteles

* 384 v. Chr., † 322 v. Chr

Der griechische Philosoph lernte an der Akademie Platons, entwickelte aber seine eigenen Theorien zur Wissenschaft, Logik, Biologie, Physik, Ethik, Staat und Dichtung. Vermutlich weil sein Vater Arzt war, hat die Biologie seine Ansichten stark beeinflusst und er beschäftigte sich mit den Verhaltensweisen von Tieren. Nach Aristoteles unterscheidet die Vernunft den Menschen vom Tier. Er begründete die Logik als eigene Wissenschaft und war Lehrer von Alexander dem Großen.


Neil Armstrong

* 5. August 1930, † 25. August 2012

Der Kommandant der Apollo-11-Mission war der erste Mensch, der seinen Fuß auf den Mond setzte. Seine Worte von damals sind legendär: "Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit." Seine Fußabdrücke, die er auf dem Mond hinterlassen hat, sind heute noch da. Denn auf dem Mond weht kein Wind, der sie verwischen könnte.


Johann Sebastian Bach

* 21. März 1685, † 28. Juli 1750

Das ganze Jahr über, vor allem Weihnachten und Ostern, erklingen aus Kirchen und Konzertsälen Bachs Kompositionen, denn der deutsche Organist gehörte zu den kreativsten Komponisten der letzten Jahrhunderte. Seine Werke beeinflussten viele spätere Komponisten und inspirieren Musiker bis heute.


Pina Bausch

* 27. Juli 1940, † 30. Juni 2009

Die Choreographin des nach ihr benannten Tanztheaters in Wuppertal gilt als die bedeutendste Choreografin der Gegenwart. Die Reaktionen auf ihre Inszenierungen waren anfangs gespalten. Pina Bausch setzte ihre Arbeit unbeirrt fort, wagte künstlerische Experimente und erlangte schließlich Weltruhm. Trotzdem blieb sie mit ihrer Tanzcompagnie immer in Wuppertal.

Friedrich Bayer

*6. Juni 1825, † 6. Mai 1880

Der Gründer der Farbenfabrik Friedrich Bayer – des heutigen Weltkonzerns Bayer AG – handelte zunächst als Kaufmann mit natürlichen, damals bekannten Farbstoffen. Gemeinsam mit seinem Freund und späteren Kompagnon Johann Friedrich Weskott experimentierte er, produzierte eigene neue Farbstoffe und bewies damit unternehmerisches Risiko. In Wuppertal ist eine Realschule nach ihm benannt.

Ludwig van Beethoven

getauft 17. Dezember 1770, † 26. März 1827

Das „Ta-Ta-Ta Taaaa"-Intro seiner 5. Sinfonie kennt wohl jeder, überhaupt gehören die Sinfonien des deutschen Komonisten und Pianisten zu den weltweit bekanntesten Musikstücken. Obwohl er ab seinem 27. Lebensjahr schwerhörig und schließlich sogar taub wurde, komponierte er immer weiter. Seine Spätwerke konnte er selbst gar nicht hören.

Bertha Benz, * 3. Mai 1849, † 5. Mai 1944
Carl Benz, * 25. November 1844, † 4. April 1929

Der deutsche Maschinenbau-Ingenieur und Automobilpionier Carl Benz baute 1885 seinen Benz Patent-Motorwagen Nummer 1, der als erstes modernes Automobil gilt. Seine Frau Bertha unterstützte seinen Erfindergeist nicht nur finanziell: Als kaum jemand Interesse an dem Motorwagen ihres Mannes hatte, unternahm sie 1888 zusammen mit ihren Söhnen die 106 Kilometer lange Fahrt von Mannheim nach Pforzheim und zurück, um den Nutzen des dreirädrigen Fahrzeugs zu beweisen. Sie gilt damit als die weltweit erste Autofahrerin, die sich über kurze Versuchsfahrten hinauswagte.

Johann Friedrich Benzenberg

* 5. Mai 1777, † 8. Juni 1846

Jeder heutige Vermessungskundler kennt wohl den Namen des in Schöller, einem heutigen Ortsteil von Wuppertal, geborenen Geodäten und Physikers. Benzenberg gründete eine eigene Schule für Landvermesser und machte sich in der Physik vor allem durch seine Fallversuche vom Turm der Hamburger Michaelis-Kirche einen Namen, die dem Nachweis der Erdrotation dienten. Außerdem war er bekannt durch seine Teilnahme an Diskussionen politischer Probleme seiner Zeit.

Theodor Bilharz

* 23. März 1825, † 9. Mai 1862

Der deutsche Mediziner und Naturwissenschaftler engagierte sich besonders im Bereich der Helminthologie (Erforschen von Wurmkrankheiten). Er lebte und forschte in Ägypten, wo er den Erreger der Blutharnruhr entdeckte, die nach ihm Bilharziose und heute Schistosomiasis genannt wurde, und erstmals nach Krankheitsausbruch behandelt werden konnte.

Willy Brandt

* 18. Dezember 1913, † 8. Oktober 1992

Der SPD-Politiker war von 1957 bis 1966 Regierender Bürgermeister von Berlin, dann Bundesaußenminister und von 1969 bis 1974 deutscher Bundeskanzler. Für seine Ostpolitik erhielt er 1971 den Friedensnobelpreis. Sein Kniefall an der Gedenkstätte des Warschauer Ghettos wurde von der ganzen Welt als Demutsgeste mit der Bitte um Vergebung für die deutschen Verbrechen des Zweiten Weltkriegs anerkannt.

Michelangelo Buonarroti

* 6. März 1475, † 18. Februar 1564

Der italienische Maler, Bildhauer, Architekt und Dichter gilt als einer der bedeutendsten Künstler der italienischen Hochrenaissance. Seine Marmorskulptur vom biblischen David ist eine der berühmtesten Statuen der Welt. Er malte das weltberühmte Deckenfresko in der Sixtinischen Kapelle und entwarf den Petersdom, dessen Fertigstellung er nicht mehr miterlebte.

Marie Curie, * 7. November 1867, † 4. Juli 1934
Pierre Curie, * 15. Mai 1859, † 19. April 1906

Die aus Polen stammende Physikerin und Chemikerin wirkte in Frankreich, wo sie ihren Mann, den französischen Physiker Pierre Curie kennenlernte. Bei gemeinsamen Forschungen entdeckten sie die Elemente Polonium und Radium und nutzten die Radioaktivität, um Menschen von schweren Krankheiten zu heilen. Das Ehepaar erhielt dafür 1903 den Nobelpreis für Physik. Marie Curie erhielt 1911 außerdem den Nobelpreis für Chemie und war die erste Frau, die in zwei unterschiedlichen Fachbereichen diese Auszeichnung erhielt.

Charles Darwin

* 12. Februar 1809, † 19. April 1882

Der britische Naturforscher war ein bedeutender Geologe und Biologe. Seine Forschungsergebnisse, die er unter anderem bei einer mehrjährigen Schiffsexpedition sammelte, gelten als wesentliche Beiträge zur Evolutionstheorie. Darwin lieferte Erklärungen für drei Phänomene des organischen Lebens - die Verwandtschaft, die Vielfalt und die Angepasstheit der Arten -, die zuvor Rätsel aufgegeben hatten.

Alexandra David-Néel

* 24. Oktober 1868, † 8. September 1969

Die mutige französische Reiseschriftstellerin zog es immer wieder in die Welt hinaus. Bei einer 14 Jahre dauernden Asienreise verbrachte sie ein Jahr als Einsiedlerin im Himalaja, meditierte, setzte ihre Studien des Buddhismus und ferner Gedankenwelten fort und wurde schließlich in den Stand eines Lama erhoben.

Gerhardt Domagk

* 30. Oktober 1895, † 24. April 1964

Der Pathologe und Bakteriologe forschte und entwickelte vor allem im Stammwerk der Wuppertaler Bayer AG in Elberfeld. Für die Entdeckung der antibakteriellen Wirkung des Sulfonamid-Farbstoffs und dessen Einsatz gegen diverse bakterielle Infektionen wird ihm 1939 den Nobelpreis für Medizin zugesprochen. Außerdem entwickelt er ein Tuberkulose-Medikament. In Wuppertal ist eine Straße in Elberfeld, der Domagkweg, nach ihm benannt, außerdem hat der Bildhauer Tony Cragg eine Domagk-Bronzestatue geschaffen, die vor dem Zoo steht.

Albert Einstein

* 14. März 1879, † 18. April 1955

Das Hauptwerk des genialen Physikers ist die Relativitätstheorie wonach Raum und Zeit relativ sind und die wohl berühmteste Formel der Welt E = mc², mit der er bewies, dass die Masse eine andere Form der Energie ist. Für seine Forschungen und die Erklärung des photoelektrischen Effekts in der Quantenphysik erhielt er den Nobelpreis. Einstein engagierte sich für Völkerverständigung und Frieden in der Welt. Seine Botschaft an alle Menschen lautet: „Wichtig ist, dass man nicht aufhört zu fragen."

Friedrich Engels

* 28. November 1820, † 5. August 1895

Der deutsche Gesellschaftstheoretiker und Sozialrevolutionär entwickelte gemeinsam mit Karl Marx die als Marxismus bekannte Gesellschafts- und Wirtschaftstheorie, in der er sich für die Rechte der Arbeiter einsetzte. Im Revolutionsjahr 1848 veröffentlichte Engels das mit Marx konzipierte „Kommunistische Manifest". Darüber hinaus beschäftigte er sich mit Mathematik, Militärgeschichte, Sprachen, Naturwissenschaften und Anthropologie. Sein Geburtshaus in Barmen ist heute ein Museum. Wuppertals größte Hauptstraße, die Elberfeld und Barmen verbindet, heißt Friedrich-Engels-Allee.

Dorothea Erxleben

* 13. November 1715, † 13. Juni 1762

Die Pastorentocher war die erste deutsche promovierte Ärztin. Sie kämpfte für die Chancengleichheit und war eine Pionierin des Studiums für Frauen. Die Mutter von vier Kindern legte 1754 im Alter von 38 Jahren erfolgreich ihre schriftliche und mündliche Prüfung in Halle (Saale) ab.

William Fairbairn

* 19. Februar 1789, † 18. August 1874

Der schottische Ingenieur war Konstrukteur von Schiffen, Brücken und Industriebauten. Als einer der ersten stellte er nach wissenschaftlichen Grundsätzen umfassende Versuche über die Festigkeit des Eisens an und erforschte die Gesetze der Festigkeit von schmiede- und gusseisernen Trägern.

Alexander Fleming

* 6. August 1881, † 11. März 1955

Im September 1928 entdeckte der schottische Bakteriologe Sir Alexander Fleming eher zufällig, dass Schimmelsporen Bakterien bekämpfen. Er forschte weiter und nannte die Substanz Penicillin. Damit schuf er die Voraussetzung für die heutigen Antibiotika und erhielt 1945 den Nobelpreis. Fleming wurde 1944 geadelt und durfte sich fortan „Sir" nennen.

Anne Frank

* 12. Juni 1929, † Anfang März 1945

Als kleines Mädchen floh die Jüdin 1934 mit ihren Eltern vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten von Frankfurt nach Amsterdam, wo sie kurz vor dem Kriegsende mit gerade einmal 15 Jahren doch dem Holocaust zum Opfer fiel. Zuvor hat sie sich mit ihrer Familie in einem Hinterhaus versteckt gehalten. Dort schrieb sie ihr weltberühmtes Tagebuch. Anne Frank ist durch die Veröffentlichung ihres Tagebuchs zum Symbol für Millionen Juden geworden, die der rassistischen Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten zum Opfer fielen.

Johann Carl Fuhlrott

31. Dezember 1803, † 17. Oktober 1877

Der Naturforscher erkannte 1856 in den im Neandertal bei Düsseldorf gefundenen Skelettresten einen fossilen Menschen. So entstand der Name Neandertaler für diesen Menschentyp. Fuhlrott war bis kurz vor seinem Tod Lehrer an der Oberrealschule Elberfeld, die er auch kommissarisch leitete. Dieses Gymnasium trägt seit 1986 seinen Namen: Carl-Fuhlrott-Gymnasium.

Galileo Galilei

* 15. Februar 1564, † 29. Dezember 1641(jul.) /8. Januar 1642 (greg.)

Der italienische Wissenschaftler hat mit seinen Entdeckungen auf den Gebieten der Mathematik, Physik und Astronomie die Welt verändert. Sein sogenanntes heliozentrisches Weltmodell, nach dem die Planeten um die Sonne kreisen und die Sonne Mittelpunkt des Systems sei, brachte ihm Streit mit der katholischen Kirche und eine Gefängnisstrafe ein. In methodischer Hinsicht ist die streng mathematische, geometrische Vorgehensweise Galileis beispielhaft.

Alcide de Gasperi

* 3. April 1881, † 19. August 1954

Der österreichisch-ungarische, italienische Staatsmann und Politiker gilt als einer der Gründerväter der Europäischen Gemeinschaften. Der katholische Aktivist aus Südtirol hatte nach Faschismus und Zweitem Weltkrieg unter anderem als Ministerpräsident entscheidenden Anteil am Aufbau eines demokratischen Systems in dem südeuropäischen Land.

Carl-Friedrich Gauß

* 30. April 1777, † 23. Februar 1855

Nach dem Mathematiker und Astronomen sind viele mathematisch-physikalische Phänomene und Lösungen benannt. Er entwickelte den binomischen Lehrsatz, die Methode der kleinsten Quadrate und er fand das Gesetz der normalen Fehlerverteilung. Die entsprechende glockenförmige Kurve ist heute jedem geläufig, der mit Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnung zu tun hat. Schließlich bewies er den sogenannten Fundamentalsatz der Algebra.

Otto Hahn

* 8. März 1879, † 28. Juli 1968

Dem Chemiker gelang 1938 die erste Kernspaltung. Damit waren die Voraussetzungen zur technischen Nutzung der Kernenergie, aber auch zur Herstellung von Atomwaffen gelegt. 1944 wurde ihm für seine Forschungen, bei denen lange Jahr Lise Meitner an seiner Seite stand, der Nobelpreis verliehen. Seit den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki am Ende des Zweiten Weltkrieges gehörte Hahn zu den schärfsten Kritikern der nuklearen Aufrüstung. Er setzte sich für die friedliche Nutzung der Kernenergie ein.

Edmund Hillary

* 20. Juli 1919, † 11. Januar 2008

Dem neuseeländischen Bergsteiger gelang, begleitet von dem nepalesischen Sherpa Tenzing Norgay, am 29. Mai 1953 die Erstbesteigung des Mount Everest, dem höchsten Berg der Erde. Die Queen erhob ihn in den Adelsstand, von 1984 bis 1989 war Sir Edmund Hillary Botschafter Neuseelands in Indien, Bangladesh und Nepal. 1994 wurde ein Asteroid nach ihm benannt. Hillary gründete eine Stiftung, mit der Krankenhäuser und Schulen in Nepal gebaut werden.

Wilhelm von Humboldt

* 22. Juni 1767, † 8. April 1835

Der preußische Gelehrte reformierte als Leiter der preußischen Kultus- und Unterrichtsverwaltung das Bildungswesen und entwickelte eine neue, am Menschen orientierte Idee von Bildung. Er gründete die Neue Deutsche Universität in Berlin, die inzwischen seinen Namen trägt. Er und sein Bruder, der Naturwissenschaftler Alexander von Humboldt, gelten als die letzten Universalgelehrten.

Werner Jackstädt

24. Januar 1925, † 19. März 2005

Der Wuppertaler Unternehmer und Mäzen gründete die Dr. Werner Jackstädt-Stiftung, die unter anderem die Junior Uni und die Nordbahntrasse großzügig unterstützt. Als Sohn des Inhabers einer Wuppertaler Feinpapiergroßhandlung stellte er, zurückgekehrt aus Kriegsgefangenschaft, als 23-Jähriger im Keller der elterlichen Firma die ersten Selbstklebepostkarten her. Das war der Start zur Gründung eines Weltunternehmens mit zehn Fabriken und 2100 Mitarbeitern in neun Ländern und einem Umsatz von 620 Millionen Euro. Im Rückblick auf sein Lebenswerk - geprägt von Tatkraft, faszinierendem Gespür für Produkt- und Marktchancen und kreativem Innovationsgeist - sagte Dr. h.c. Werner Jackstädt: "Reden ist Blech, Schweigen ist Silber, Handeln ist Gold". Seit seinem Tod setzt Lore Jackstädt die Aufgaben ihres Mannes fort und hat den Vorsitz in der Jackstädt-Stiftung übernommen.

Marie Juchacz

* 15. März 1879, † 28. Januar 1956

Die deutsche Sozialreformerin und Sozialdemokratin gründete die Arbeiterwohlfahrt. Außerdem war sie eine engagierte Frauenrechtlerin. Als eine von 37 Frauen wurde Juchacz 1919 in die Weimarer Nationalversammlung gewählt und war dort die erste Rednerin in einem deutschen Parlament.

Immanuel Kant

* 22. April 1724, † 12. Februar 1804

Der deutsche Philosoph zählt zu den bedeutendsten Vertretern der abendländischen Philosophie. Mit seinem Werk „Kritik der reinen Vernunft" begründete er den Transzendentalen Idealismus. Damit begann die moderne Philosophie. Von Kant stammt das Zitat: „ Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen."

Martin Luther King

* 15. Januar 1929, † 4. April 1968

Der schwarze US-amerikanische Baptistenpastor und Bürgerrechtler kämpfte gegen Rassismus und soziale Unterdrückung. Für sein Engagement für soziale Gerechtigkeit erhielt King 1964 den Friedensnobelpreis. „I have a dream" war der Titel seiner berühmten Predigt, die er 1963 in Washington hielt und in der er Gleichheit und Versöhnung forderte. Am 4. April 1968 wurde King ermordet.

Robert Koch

* 11. Dezember 1843, † 27. Mai 1910

Zum größten Erfolg des deutschen Mediziners und Mikrobiologen gehörte seine Entdeckung des Tuberkulose-Erregers im Jahr 1882. 1905 erhielt er dafür den Nobelpreis. Zuvor gelang es ihm 1876, den Erreger des Milzbrandes außerhalb des Organismus zu kultivieren und seinen Lebenszyklus zu beschreiben. 1891 übernimmt Koch die Leitung des Berliner Instituts für Infektionskrankheiten, des späteren Robert-Koch-Instituts.

Nikolaus Kopernikus

* 19. Februar 1473, † 24. Mai 1543

Der Mediziner, Kirchenrechtler und Astronom sorgte mit seiner Aussage, dass die Erde sich um die eigene Achse und um die Sonne dreht und nicht umgekehrt, für den Umsturz des bisherigen Weltbildes. Mit dieser Theorie erzürnte Kopernikus zwar die Kirche, machte aber den Auftakt zu einer wissenschaftlichen Revolution, deren Vollendung erst Johannes Keppler, Galileo Galilei und Isaac Newton zukam.

Janusz Korczak

* 22. Juli 1878 oder 1879, † nach dem 5. August 1942

Der jüdische Pädagoge, Arzt und Schriftsteller, der eigentlich Henryk Goldszmit hieß, setzte sich für die Rechte von Kindern ein. Er eröffnete zwei Waisenhäuser. 1942 begleitete er die Kinder seines Waisenhauses beim Abtransport in ein Vernichtungslager, obwohl das auch für ihn selbst den Tod bedeutete.

Selma Lagerlöf

* 20. November 1858, † 16. März 1940

Die schwedische Lehrerin, Frauenrechtlerin und Schriftstellerin erhielt 1909 als erste Frau den Nobelpreis für Literatur. „Aufgrund des edlen Idealismus, des Phantasiereichtums und der seelenvollen Darstellung, die ihre Dichtung prägen", wie es in der Begründung hieß. 1906 schrieb Selma Lagerlöf ihr bekanntestes Buch: Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen.

Eugen Langen

* 9. Oktober 1833, † 2. Oktober 1895

Der Kölner Unternehmer und Ingenieur war er nicht nur maßgeblich an der Entwicklung des Otto-Motors beteiligt. In seinen letzten Lebensjahren beschäftigte sich Eugen Langen mit der Entwicklung einer Hängebahn für den Personenverkehr und hat die Wuppertaler Schwebebahn konzipiert, ihren Bau aber nicht mehr miterlebt.

Else Lasker-Schüler

* 11. Februar 1869, † 22. Januar 1945

Die deutsch-jüdische Dichterin wurde in Wuppertal geboren. Sie gilt nicht nur als herausragende Lyrikerin, sondern sie schuf auch ein umfangreiches zeichnerisches Werk. Else Lasker-Schülers Sprache polarisierte ebenso wie ihr extravagantes Auftreten. Heute gilt sie als eine der wichtigsten Wegbereiterinnen des Expressionismus. Vor den Nationalsozialisten flüchtete sie 1932 erst in die Schweiz und dann nach Palästina.

Gottfried Wilhelm Leibniz

* 21. Juni (jul.) / 1. Juli 1646 (greg.) † 14. November 1716

Er gilt als wichtigster Vordenker der Aufklärung und war ein Universalgenie, das nicht nur auf dem Gebiet der Mathematik, sondern genauso in den Rechtswissenschaften, der Theologie, Politik, Geschichte, Literatur, Metaphysik und Philosophie glänzte. Er entwickelte eine Rechenmaschine, die Infinitesimalrechnung und die Dyadik, das Grundprinzip jedes Computers. Der Punkt für die Multiplikation und der Doppelpunkt für die Division gehen auf ihn zurück.

Harald Leipnitz

* 22. April 1926, † 21. November 2000

Der gebürtige Elberfelder machte als Schauspieler, Hörspiel- und Synchronsprecher Karriere: Er wirkte bei verschiedenen Karl May- und Edgar Wallace-Verfilmungen mit. Seine populärste Rolle beim Fernsehen spielte er 1965 in dem Straßenfeger „Die Schlüssel" von Francis Durbridge. Er wurde unter anderem mit dem Bundesfilmpreis und dem Goldenen Bambi ausgezeichnet. Außerdem sprach er die Hörspiele zu den Erfolgsbüchern von Michael Ende „Die unendliche Geschichte", „Momo" oder „Jim Knopf und die wilde 13".

Astrid Lindgren

* 14. November 1907, † 28. Januar 2002

Die schwedische Schriftstellerin gehört mit über 145 Millionen Büchern zu den bekanntesten Kinderbuchautoren der Welt. Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga, Ronja Räubertochter oder Karlsson kennt fast jeder. Astrid Lindgren engagierte sich außerdem politisch, machte sich für die Schwächeren stark und setzte sich für Kinderrechte und Tierrechte ein.

Lise Meitner

*17. November 1878, † 27. Oktober 1968

Die in Österreich geborene Kernphysikerin begleitete jahrelang die Forschungen des späteren Nobelpreisträgers Otto Hahn und lieferte die Theorie zur Kernspaltung. 1938 musste Lise Meitner ihre Arbeit abbrechen, denn wegen ihrer jüdischen Abstammung floh sie vor den Nationalsozialisten ins Exil nach Schweden. Bis an ihr Lebensende setzte sie sich für die ausschließlich friedliche Nutzung der Atomenergie ein.

Maria Montessori

* 31. August 1870, † 6. Mai 1952

Die italienische Ärztin und Pädagogin entwickelte die Montessori-Pädagogik. Sie erlangte als eine der ersten Frauen den Abschluss des Medizinstudiums mit einem Doktorgrad. Ihre weltoffene und humanistische Einstellung sowie die Leitung eines Kinderhauses waren der Grundstein für eine neue Bildungsphilosophie, deren Ansatz man vereinfacht mit „Hilf mir, es selbst zu tun" beschreiben kann und die die individuelle Förderung der Kinder und ihrer Fähigkeiten zum Ziel hat.

Wolfgang Amadeus Mozart

* 27. Januar 1756, † 5. Dezember 1791

Das umfangreiche Werk des Komponisten der Wiener Klassik genießt weltweite Popularität. Schon mit vier Jahren fing er an Klavier zu spielen. Mit fünf Jahren schrieb er bereits seine ersten Stücke und hatte mit sechs Jahren seinen ersten öffentlichen Auftritt. Sein Vater erkannte schnell, welches Talent in seinem Sohn und förderte ihn. Seinen großen Durchbruch als Komponist erlebte Mozart mit der Oper "Idomeneo", die 1781 in München uraufgeführt wurde. Zu seinen bekanntesten Werken zählen „Die kleine Nachtmusik" sowie die Oper „Die Zauberflöte".


Sir Isaac Newton

* 25. Dezember 1642 (jul.) / 4. Januar 1643 (greg.) , † 20. März 1726 (jul.) / 31. März 1727 (greg.)

Der englische Naturforscher war Astronom, Mathematiker und Physiker. Er formulierte die drei Axiome der Mechanik und begründete damit die klassische theoretische Physik. Newton benutzte Prismen, um zu zeigen, dass sich das Sonnenlicht aus allen Farben des Regenbogens zusammensetzt. Seinen Bekanntheitsgrad verdankt Newton seinem Gravitationsgesetz. Mit dieser Formel konnte erstmals die Schwerkraft erklärt werden. 1705 wurde er von Königin Anne zum Ritter geschlagen.

Tenzing Norgay

* 29. Mai 1914, † 9. Mai 1986

Der nepalesisch-indische Bergsteiger gehörte dem Volk der Sherpa an und bestieg 1953 zusammen mit dem Neuseeländer Edmund Hillary zum ersten Mal den Mount Everest. Tenzing Norgay bildete Bergsteiger in Indien aus und trug zum Selbstwertgefühl und der Bekanntheit der Sherpa bei.

Ida Pfeiffer

* 14. Oktober 1797, † 27. Oktober 1858

Die Österreicherin war eine Weltreisende und die erste europäische Frau, die das Innere der Insel Borneo durchquerte. Ihr Entdeckerdrang wurde in ihrer Kindheit von ihrer Mutter und später durch eine Vernunftehe unterdrückt. Mit 44 Jahren schließlich verließ sie 1842 ihre Familie und brach zu ihrer ersten großen Reise auf. Die restlichen 16 Jahre ihres Lebens widmete sich die abenteuerlustige Biedermeierdame ausschließlich dem Reisen und schrieb Bücher darüber.

Max Planck

* 23. April 1858, † 4. Oktober 1947

Der deutsche Physiker gilt als Begründer der Quantentheorie und wurde 1919 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Planck hat viel dazu beigetragen, die moderne Physik weiterzuentwickeln und ihre Theorien zu verbreiten. Er ist auch als Namensgeber der berühmten Max-Planck-Gesellschaft bekannt, die Träger einer Vielzahl von Forschungseinrichtungen in Deutschland, aber auch im Ausland ist.

Platon

* 428/427 v. Chr., † 348/347 v. Chr.

Der antike griechische Philosoph war ein Schüler von Sokrates, zu Platons Schülern an der Akademie wiederum zählte Aristoteles. Platons Werke sind in Dialogform – meistens mit Sokrates als Gesprächspartner – verfasst. Er war dafür, dass die Philosophen die Gesellschaft lenken sollten, und forderte als Erster Kindergärten und Ganztagsschulen. Außerdem setzte er sich für die Bildung von Frauen ein. Platons Ideenlehre teilt die Welt in das Reich der Wahrnehmung und das Reich der Ideen ein.

Ottfried Preußler

* 20. Oktober 1923, † 18. Februar 2013

Eigentlich war er Lehrer, aber berühmt geworden ist er als Kinderbuchautor: Zu seinen bekanntesten Werken gehören "Der Räuber Hotzenplotz", "Das kleine Gespenst", "Krabat "und "Die kleine Hexe". Die Gesamtauflage seiner in insgesamt 55 Sprachen übersetzten 32 Bücher liegt bei 50 Millionen Exemplaren. Preußler schrieb auch Theaterstücke.

Johannes Rau

* 16. Januar 1931, † 27. Januar 2006

Der Wuppertaler war von 1999 bis 2004 Deutschlands Bundespräsident, 20 Jahre lang NRW-Ministerpräsident (1978-1998) und zuvor Oberbürgermeister seiner Heimatstadt (1969-1970). Nach dem Motto „Versöhnen statt spalten" engagierte er sich für soziale Gerechtigkeit, gesellschaftlichen Ausgleich und Völkerverständigung. Johannes Rau war heimatverbunden, ein gläubiger Christ und in der evangelischen Kirche engagiert. 2002 gründete er die Johannes Rau-Stiftung, die von seiner Frau Christina fortgeführt wird und auch die Junior Uni unterstützt. In Wuppertal ist das Gymnasium an der Siegesstraße nach ihm benannt.

Anton von Rieppel

* 17. April 1852, † 31. Januar 1926

Der deutsche Industrielle und Ingenieur war ein Industriepionier: Er hat die Müngstener Brücke, mit 107 Metern Deutschlands höchste Eisenbahnbrücke erbaut. Außerdem erhielt er 1897 ein Patent zum sogenannten „Rieppel-Träger", welcher beim Bau der Wuppertaler Schwebebahn eingesetzt wurde. Anton von Rieppel wurde 1892 zum Vorstandsvorsitzenden der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg AG (M.A.N.) berufen.

Wilhelm Conrad Röntgen

* 27. März 1845, † 10. Februar 1923

Der deutsche, in Remscheid-Lennep geborene, Physiker entdeckte am 8. November 1895 in Würzburg die X-Strahlen, die später nach ihm als Röntgenstrahlen benannt wurden. Seine Entdeckung revolutionierte unter anderem die medizinische Diagnostik und führte auch zur Entdeckung der Radioaktivität. Dafür erhielt er 1901 als Erster den Nobelpreis für Physik.

Albert Sabin

* 26. August 1906, † 3. März 1993

Der in Russland geborene US-amerikanische Kinderarzt und Virologe entwickelte die Schluckimpfung gegen (Polio) Kinderlähmung auf der Grundlage des von Jonas Salk entwickelten Impfstoffes. Seit den 1960er-Jahren wird weltweit millionenfach, heute überwiegend nur noch in Entwicklungsländern, der Impfstoff mit Lebendviren oral über sein Verfahren verabreicht. In den Industrienationen ist die Krankheit nahezu ausgerottet.

Jonas Edward Salk

*28. Oktober 1914, † 23. Juni 1995

Der US-amerikanische Arzt und Immunologe entwickelte einen Polio-Impfstoff gegen Kinderlähmung und konnte so die Verbreitung der Krankheit in den USA auf ein Fünftel zurückdrängen. Sein Tot-Impfstoff, der gespritzt werden musste, wurde von Albert Sabin weiterentwickelt und mit Lebendviren als Schluckimpfung verabreicht.

Alice Salomon

*19. April 1872, † 30. August 1948

Die liberale Sozialreformerin war aktiv in der deutschen Frauenbewegung. Sie setzte sich unter anderem für die Unterstützung von verarmten und alleinstehenden Müttern und ihren Kindern ein. Sie gründete eine Frauenschule in Berlin, die professionell und systematisch junge Mädchen auf die soziale Hilfstätigkeit vorbereitete. Alice Salomon veröffentliche zahlreiche Schriften über Mutter- und Arbeiterinnenschutz, Wohlfahrtspflege und Ausbildungsfragen.

Herbert Schade

* 26. Mai 1922, † 1. März 1994

Der Solinger Leichtathlet und Olympiamedaillengewinner gehörte in den 1950er Jahren zur Weltspitze im Langstreckenlauf. Neben mehreren deutschen Meistertiteln war sein größter Erfolg 1952 der Gewinn der Bronzemedaille im 5.000-Meter-Lauf bei den Olympischen Spielen in Helsinki. Mit dem tschechischen Sieger Emil Zátopek verband ihn eine lebenslange Freundschaft.

Hannelore „Loki" Schmidt

* 3. März 1919, † 21. Oktober 2010

Sie war weit mehr als die Ehefrau von Altbundeskanzler Helmut Schmidt: Als ihr Mann aus der Kriegsgefangenschaft entlassen wurde und studierte, sorgte die Lehrerin allein für den Lebensunterhalt der Familie. Loki Schmidt engagierte sich als Botanikerin für den Natur und Pflanzenschutz, war als Autorin tätig und gründete mehrere Einrichtungen und Stiftungen. Auch zu gesellschaftlichen Themen, wie der Schulpolitik nahm sie Stellung.

Hans Scholl, *22. September 1918, † 22. Februar 1943
Sophie Scholl, * 9. Mai 1921, † 22. Februar 1943

Die deutschen christlich motivierten Widerstandskämpfer gegen das Nazi-Regime engagierten sich in der Widerstandsgruppe „Weiße Rose". Zusammen mit Kommilitonen verteilten sie Flugblätter, in denen sie zum Kampf gegen die NSDAP aufriefen. Bei einer Verteilung an der Münchener Uni wurden sie am 18. Februar 1943 erwischt und vier Tage später hingerichtet. Die Geschwister sind ein Symbol für beispielhafte Zivilcourage und Widerstand gegen die Hitler-Diktatur - nicht nur im politischen, sondern auch im alltäglichen Leben.

Robert Schuman

* 29. Juni 1886, † 4. September 1963

Von 1958 bis 1960 war er der erste Präsident des Europäischen Parlaments und gilt als „Gründervater Europas" verliehen. Schuman war durch und durch Europäer: Seine Muttersprache war Luxemburgisch, im Ersten Weltkrieg arbeitete er in der deutschen Verwaltung, nach der Abtrennung Lothringens wurde er Franzose. Er war französischer Ministerpräsident und Außenminister und setzte er sich für die deutsch-französische Freundschaft ein. Seine historische „Schuman-Erklärung" vom 9. Mai 1950 war die Grundlage für die spätere Europäische Union.

Albert Schweitzer

* 14. Januar 1875, † 4. September 1965

Der Philosoph und Theologe Albert Schweitzer träumte davon, in Afrika Missionsarzt zu werden. Er schloss sein Medizin-Studium in Belgien mit Doktor- und Professorentitel ab und gründete ein Krankenhaus in Lambaréné im zentralafrikanischen Gabun. Er beschränkte sein Engagement nicht nur auf Afrika, warnte schon 1932 vor dem aufkommenden Nationalsozialismus in Deutschland. Er rief immer wieder zum Frieden auf. Zusammen mit Albert Einstein setzte er sich gegen Atomwaffen ein. Für sein Wirken erhielt er den Friedensnobelpreis.

Ignaz Philipp Semmelweis

* 1. Juli 1818, † 13. August 1865

Der ungarische Gynäkologe im damaligen Österreich-Ungarn setzte sich für Hygienevorschriften in Krankenhäusern ein, um unter anderem die Fälle von Kindbettfieber zu reduzieren. Zu Lebzeiten erhielt er im Kollegenkreis dafür keine Unterstützung, sogar Feindschaft. Erst eine Ärztegeneration später wurden verschiedene lebensrettende Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen eingeführt.

Sokrates

* 469 v. Chr., † 399 v. Chr.

Der griechische Philosoph führte auf dem Marktplatz in Athen Gespräche über die Tugend, die Seele oder die Gerechtigkeit. Als Jugendverderber, der die Götter missachte, wurde er zum Tode verurteilt. Er akzeptierte dieses Urteil und nahm eine Fluchtmöglichkeit aus Respekt vor dem Gesetz nicht an. Die Überlieferung seines Lebens und Denkens ist vor allem seinem Schüler Platon zu verdanken.

Helene Stöcker

* 13. November 1869, † 24. Februar 1943

Die Elberfelder Frauenrechtlerin und Sexualreformerin war Gründerin des Bundes für Mutterschutz, mit dem sie sich für die Gleichstellung unehelicher Kinder einsetzte. Sie kämpfte für den besseren Schutz lediger Mütter und für Sexualaufklärung. Außerdem engagierte sich die promovierte Philosophin nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs in der Friedensbewegung.

Ferdinand Trautwein

* 29. August 1904, † 4. August 1991

Der Wuppertaler Unternehmer gründete nach der Weltwirtschaftskrise am 11. November 1931 das E/D/E, das Einkaufsbüro Deutscher Eisenhändler, um Einkaufs- und Vertriebsmöglichkeiten im Verbund zu nutzen. Trautweins Motto: „Sage kurz und prägnant was du willst, und handele danach!" Heute ist das E/D/E Europas größter Einkaufs- und Marketingverbund. Seit 2002 unterstützt die E/D/E-Stiftung soziale Projekt und ist einer der drei Gründungsgesellschafter der Junior Uni.

Leonardo da Vinci

* 15. April 1452 , † 2. Mai 1519

Er gilt bis heute als Inbegriff des Genies. Er war Maler, Bildhauer, Architekt, Ingenieur, Naturwissenschaftler und Philosoph. Zu seinen berühmtesten Gemälden gehören die „Mona Lisa" und „Das letzte Abendmahl". Seine anatomischen Zeichnungen und Proportionsstudien sowie Leonardo da Vincis diversen Erfindungen, darunter ein Fallschirm, Fluggeräte, ein Panzer und ein Taucheranzug, waren von großer Bedeutung für die Wissenschaft.

Gertrud von le Fort

* 11. Oktober 1876, † 1. November 1971

Die katholische Schriftstellerin verfasste Novellen, Romane und Erzählungen, in deren Mittelpunkt meist religiöse Fragen standen. 1928 publizierte sie ihr bekanntestes Werk „Das Schweißtuch der Veronika", dessen Fortsetzung sie 1946 unter dem Titel „Der Kranz der Engel" veröffentlichte.

Alfred Wegener

* 1. November 1880, † November 1930

Der Meteorologe, Polarforscher und Geowissenschaftler bekam zwar schon zu Lebzeiten Anerkennung für seine Verdienste in der Meteorologie und der Polarforschung, der ganz große Ruhm wurde ihm aber erst posthum zuteil: Auf seiner Theorie der Kontinentalverschiebung basiert das heutige Modell der Plattentektonik. Wegener verstarb bei einer Grönland-Expedition. Nach ihm ist das Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven benannt.

Johann Friedrich Weskott

* 10. Oktober 1881, † 4. Oktober 1876

Der Wuppertaler Chemiker war zusammen mit Friedrich Bayer Mitbegründer des heutigen Bayer-Konzerns Friedrich Bayer. Er gilt als Pionier der Teerfarben. Er übernahm in dem schnell wachsenden Konzern die technische Leitung, während Bayer die kaufmännische Führung innehatte. Mit der Erprobung synthetischer Farbstoffe legte Weskott den Grundstein für den Firmenerfolg. In Wuppertal-Barmen ist eine Straße nach ihm benannt.

Emil Zátopek

* 19. September 1922, † 21. November 2000

Der tschechische Leichtathlet war Langstreckenläufer, Weltrekordler und Olympiasieger. In seiner Heimat wurde er nicht nur wegen seiner sportlichen Erfolge als Volksheld verehrt: Er nahm aktiv am Prager Frühling teil und nach dem Einmarsch der Truppen der Warschauer-Pakt-Staaten im August 1968 kletterte er in seiner Armeeuniform auf einen sowjetischen Panzer und appellierte an die Soldaten, wieder nach Hause zu fahren. Zátopek verlor daraufhin alle seine Ämter. 1974 wurde er rehabilitiert und erhielt 1975 „Fair-Play-Preis" der UNESCO.